Am 30.11.09 erschienene Artikel zur Kieler Besetzung der "Alten Mensa"
Kielerleben: Protest an der Uni: "Exmatrikulation ist ein Kieler Spezifikum"
KN: Lehrbetrieb in der Alten Mensa soll nicht weiter gestört werden
Indymedia: Uni Kiel: Aktion gegen Wirtschaftstreffen
SHZ: Besetzter Hörsaal: Kieler Präsidium lenkt ein
Montag, 30. November 2009
Bericht von unsereunis.de
Ein erneutes Lebenszeichen aus dem hohen Norden
Das heutige Gespräch mit dem Präsidium hat Folgendes ergeben:
Es besteht ein neues Angebot seitens des Präsidiums, welches eine „offene Besetzung“ vorschlägt. D.h. es müssen alle Lehrveranstaltungen stattfinden, die Räume können weiterhin in der freien Zeit von den BesetzerInnen genutzt werden.
Morgen, am Dienstag, findet um 11:00 Uhr ein weiteres Gespräch mit dem Präsidium statt, bei dem eine Entscheidung bezüglich der „offenen Besetzung“ mitgeteilt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt sieht das Präsidium in jedem Fall von einer polizeilichen Räumung ab.
Sollten der Vorschlag angenommen werden, sind wir (vorerst) weiterhin offiziell geduldet, bisher ohne zeitliche Begrenzung.
Die Entscheidung des Plenums soll heute Abend um 19:00 gefällt werden, zu dem das Präsidium der CAU herzlich eingeladen wurde.
Unser Forderungskatalog nimmt Form an und wurde heute sowohl dem Präsidium vorgelegt, als auch bei der Solidaritätsdemonstration verlesen. Teilweise haben die Forderungen die Zustimmung des Präsidiums gefunden, einige Punkte haben dies allerdings nicht.
Überdies hat der Aufruf zur Solidaritätsbekundung erfreulicher Weise viele Menschen vor die alte Mensa gezogen. Wir freuen uns sehr über das positives Feedback der Dozenten während der Flyerverteilung sowie über das zahlreiche Erscheinen der Studierendenschaft!
Das Plenum
Das heutige Gespräch mit dem Präsidium hat Folgendes ergeben:
Es besteht ein neues Angebot seitens des Präsidiums, welches eine „offene Besetzung“ vorschlägt. D.h. es müssen alle Lehrveranstaltungen stattfinden, die Räume können weiterhin in der freien Zeit von den BesetzerInnen genutzt werden.
Morgen, am Dienstag, findet um 11:00 Uhr ein weiteres Gespräch mit dem Präsidium statt, bei dem eine Entscheidung bezüglich der „offenen Besetzung“ mitgeteilt wird. Bis zu diesem Zeitpunkt sieht das Präsidium in jedem Fall von einer polizeilichen Räumung ab.
Sollten der Vorschlag angenommen werden, sind wir (vorerst) weiterhin offiziell geduldet, bisher ohne zeitliche Begrenzung.
Die Entscheidung des Plenums soll heute Abend um 19:00 gefällt werden, zu dem das Präsidium der CAU herzlich eingeladen wurde.
Unser Forderungskatalog nimmt Form an und wurde heute sowohl dem Präsidium vorgelegt, als auch bei der Solidaritätsdemonstration verlesen. Teilweise haben die Forderungen die Zustimmung des Präsidiums gefunden, einige Punkte haben dies allerdings nicht.
Überdies hat der Aufruf zur Solidaritätsbekundung erfreulicher Weise viele Menschen vor die alte Mensa gezogen. Wir freuen uns sehr über das positives Feedback der Dozenten während der Flyerverteilung sowie über das zahlreiche Erscheinen der Studierendenschaft!
Das Plenum
Forderungskatalog veröffentlicht!
Der erste Forderungskatalog ist heute veröffentlicht und an das Präsidium gegeben worden. Der komplette Forderungskatalog ist angehängt:
"Forderungskatalog des Plenums der besetzen Alten Mensa der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Wir, die Mitglieder des Plenums der besetzen Alten Mensa, sehen uns einem Bildungssystem gegenüber, das mit freien und humanistischen Idealen, Chancengleichheit und sozialem Zusammenleben wenig zu tun hat. Geprägt von wirtschaftlichen Humankapitalvorstellungen, dem Blick auf unsere leistungsorientierte Ellenbogengesellschaft und internationalem Bildungskonkurrenzdenken verliert unser Bildungssystem nach und nach sein so oft und gern erwähntes menschliches Gesicht. Freie Wissenschaft und freie Lehre werden zu leeren Phrasen, wenn diese Freiheit nicht mehr den Menschen zuteil wird, die genau dieses System darstellen: Den Wissenschaftler_innen, Lehrenden und besonders den Lernenden. Dieses Bildungssystem erweckt immer mehr den Eindruck, dass den Lernenden vorgeschrieben wird, was, wann und wie gelernt wird und vor allem, wer überhaupt lernen darf, und nicht andersherum, wie der Begriff eines freien System eigentlich impliziert. Ein besonders großer Schritt in diese mehr als bedenkliche Richtung ist der 1999 gefasste Bologna-Beschluss und noch viel mehr dessen fragwürdige Umsetzung. Aus einem vorher nicht fehlerfreien Bildungssystem befinden wir uns nun auf dem Weg in ein von zahlreichen Problemen und Missständen gezeichnetes Bildungschaos.
Um diese nicht länger tragbaren Probleme und Missstände zu benennen, zu beleuchten und in ein öffentliches Licht zu stellen, haben wir die Alte Mensa besetzt. Als Teil der internationalen Bildungsproteste und in Solidarität mit Hochschulen, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen Deutschlands, Europas und weltweit wollten wir unseren Forderungen an die Regierungen des Bundes, der Länder und auch der Leitung unserer eigenen Hochschule, der Christian-Albrechts-Universität Stimme verleihen und in basisdemokratisch gestalteter Diskussion unseren Unmut und unsere Verbesserungsvorschläge als Forderungen formulieren.
Erstes Ergebnis unserer Arbeit ist folgender Forderungskatalog, der zwar in seinen einzelnen Forderungen an die in unseren Augen zuständigen Institutionen gerichtet ist, aber auch in seiner Gesamtheit als Forderung nach einer freieren und gerechteren Bildungslandschaft im Allgemeinen verstanden werden soll.
Forderungen an die Leitung der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Zugang zum Master
Wir fordern, dass mit Aufnahme des Bachelorstudiums auch der Zugang zu einem entsprechenden Masterstudium garantiert wird. Für diesen Masterzugang ist ausschließlich die Absolvierung des Bachelor Bedingung.
Liberalisierung der Prüfungsordnung
Wir fordern von allen Instituten der Christian-Albrechts-Universität, hinsichtlich von Studienplänen, Studienorganisation und Prüfungsordnung mehr studentische Mitsprache zuzulassen.
Zudem fordern wir eine Liberalisierung der Prüfungsmodule und zwar in dem Maße, dass innerhalb der Prüfungsmodule mehr individuelle Wahlmöglichkeiten bestehen. Ein Prüfungsmodul soll also genügend individuelle Wahlmöglichkeiten enthalten. Dies impliziert, dass ein Prüfungsmodul weniger Pflicht- und mehr Wahlpflichtkurse beinhaltet. Somit können individuelle Interessen und Neigungen besser berücksichtigt werden.
Es versteht sich von selbst, dass mit einem Mehr an Wahlpflichtkursen auch ein Mehr an Lehrpersonal zur Verfügung muss.
Abbau von Prüfungsdruck
Wir fordern, dass Anwesenheitslisten nicht weiter von Relevanz für Klausur-/Prüfungszulassungen sind. Dies impliziert eine Ausweitung des aktuellen Senatsbeschlusses an der Christian-Albrechts-Universität, der dies bislang lediglich für Vorlesungen vorsieht.
Das Nicht-bestehen einer Klausur oder Prüfung darf nicht zum Studienabbruch führen. Nicht bestandene Klausuren müssen beliebig oft wiederholt werden können. Auch bestandene Klausuren/Prüfungen müssen aufgrund ihrer Relevanz für die Abschlussnote (im Bachelor/Mastersystem) wiederholt werden dürfen.
Wir fordern die Abschaffung des derzeitigen Klausuranmeldeverfahrens. Stattdessen findet die Anmeldung mit Erscheinen zu der jeweiligen Klausur/Prüfung statt. Das Nichterscheinen zu Klausuren soll dementsprechend folgenlos bleiben, unabhängig davon, den wievielten Versuch es betrifft.
Studentisch verwalteter Raum
Wir fordern vom Präsidium der Christian-Albrechts-Universität, der Studierendenschaft einen ausreichend großen Raum auf dem Universitätsgelände zur Verfügung zu stellen. Dieser sollte der gesamten Studierendenschaft zur Verfügung stehen und unter basisdemokratische studentische Selbstverwaltung gestellt werden. Der Raum soll frei von kommerziellen Interessen bestehen und der Studierendenschaft immer zugänglich sein.
Studentische Mitbestimmung
Neben den oben genannten konkreten Forderungen sprechen wir uns generell für eine verstärkte Mitwirkung aller Studierender in allen Entscheidungen der Hochschulleitung auch neben den gewählten Gremien wie AStA und Studierendenparlament aus. Dies erfordert eine stark erhöhte Transparenz von Seiten aller mitbestimmenden Gremien und bessere Rücksprache mit der gesamten Studierendenschaft.
Forderungen an die Landesregierung Schleswig-Holstein und die Bundesregierung
Masterzulassung
Jede Hochschule soll ihren Bachelorstudierenden gleich bei deren Studienbeginn einen Masterstudienplatz garantieren.
Studentische Mobilität
Wir fordern die Universitäten der Bundesrepublik Deutschland dazu auf, die Zugangsmöglichkeiten zu den von ihnen angebotenen Masterstudiengängen so zu gestalten, dass jeder Studierende frei darüber entscheiden kann, an welcher Universität er oder sie sein Masterstudium absolvieren möchte.
Ferner fordern wir eine nationale und internationale Angleichung der Wertigkeit der ECTS-Punkte, um größtmögliche Mobilität für Studierende zu schaffen. Dazu muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass Studierende innerhalb ihres Studiums die Universität wechseln können. Das Studium darf sich nicht aufgrund von nicht abgestimmten Studienordnungen zwangsweise verlängern.
Auslandssemester und an anderen Universitäten besuchte Veranstaltungen müssen auf das eigene Studium angerechnet werden können.
Weiterhin fordern wir die Möglichkeit für 2-Fach-Bachelor-Absolventen_innen, ein Masterstudium in einem dieser Fächer als 1-Fach-Master zu absolvieren.
Studienzeit
Wir fordern die Möglichkeit für alle Studierenden, durch die Abschaffung der Regelstudienzeit die Dauer ihres Studiums selbst festzulegen.
Wir fordern auch, dass Student_innen der alten Studiengänge (Magister, Diplom, Staatsexamen etc.) ihr Studium ohne Frist beenden können.
Finanzierung der Universitäten
Wir fordern eine umfassende Ausfinanzierung der Hochschulen mit all ihren Einrichtungen, Institutionen und Angestellten ausschließlich mit öffentlichen Mitteln, die gewährleistet, dass die Nachfrage an Bildung komplett gedeckt wird. Dazu sollen weder Unternehmen noch die Studierenden selbst herangezogen werden, um die Freiheit der Bildung nicht durch einseitige, wirtschaftlich geprägte Interessen einzuschränken.
Insbesondere müssen räumliche und personelle Kapazitäten geschaffen werden, die der stetig steigenden Anzahl der Studierenden und Studienbewerber_innen gerecht werden. Umgehung der Forderung nach ausreichenden öffentlichen Mitteln durch Outsourcing von Universitären Bereichen wird ausdrücklich abgelehnt.
Schlusswort und Appell
Dies sind unsere Forderungen an unsere Hochschulleitung und unsere Regierungen. Sie sind als Aufforderung zur Handlung zu verstehen und sprechen für eine breite Masse an Studierenden, Schüler_innen, Auszubildenden und anderen Menschen, die unter der momentanen Bildungssituation leidet. Die Forderungen beanspruchen keine Vollständigkeit, sondern bedürfen vielmehr weiterer inhaltlicher Arbeit, da viele Dinge, wie beispielsweise Finanzierung der Lernenden, Kommerzialisierung der Hochschullandschaft und auch weitere Unzulänglichkeiten des Bologna-Prozesses dringend thematisiert und bearbeitet werden müssen.
Es muss berücksichtigt werden, dass dieser Forderungskatalog direkt die Stimmung widerspiegelt, die in der Basis der Lernenden herrscht. Eine Stimmung, die auch von vielen Menschen getragen wird, die beispielsweise unter Zeitdruck durch zu enge Studienpläne, Prüfungsdruck oder erschwerten Situationen wie das Studieren mit Kind oder das Studium als ausländische_r Student_in in Deutschland leiden und sich aus diesen Gründen nicht an der langwierigen, kräftezehrenden Hochschulpolitik innerhalb der universitären Gremien beteiligen können oder wollen. Menschen, die aber jetzt angesichts der miserablen Situation, ihren Forderungen Luft machen müssen, um nicht endgültig unterzugehen in unserer Ellenbogengesellschaft, die jetzt schlussendlich auch die angeblich freie Bildungswelt erreicht.
Für freie, soziale und gerechte Bildung.
Jetzt.
Weltweit.
Für alle.
Das Plenum der besetzten Alten Mensa
Kiel, den 30.11.2009"
"Forderungskatalog des Plenums der besetzen Alten Mensa der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Wir, die Mitglieder des Plenums der besetzen Alten Mensa, sehen uns einem Bildungssystem gegenüber, das mit freien und humanistischen Idealen, Chancengleichheit und sozialem Zusammenleben wenig zu tun hat. Geprägt von wirtschaftlichen Humankapitalvorstellungen, dem Blick auf unsere leistungsorientierte Ellenbogengesellschaft und internationalem Bildungskonkurrenzdenken verliert unser Bildungssystem nach und nach sein so oft und gern erwähntes menschliches Gesicht. Freie Wissenschaft und freie Lehre werden zu leeren Phrasen, wenn diese Freiheit nicht mehr den Menschen zuteil wird, die genau dieses System darstellen: Den Wissenschaftler_innen, Lehrenden und besonders den Lernenden. Dieses Bildungssystem erweckt immer mehr den Eindruck, dass den Lernenden vorgeschrieben wird, was, wann und wie gelernt wird und vor allem, wer überhaupt lernen darf, und nicht andersherum, wie der Begriff eines freien System eigentlich impliziert. Ein besonders großer Schritt in diese mehr als bedenkliche Richtung ist der 1999 gefasste Bologna-Beschluss und noch viel mehr dessen fragwürdige Umsetzung. Aus einem vorher nicht fehlerfreien Bildungssystem befinden wir uns nun auf dem Weg in ein von zahlreichen Problemen und Missständen gezeichnetes Bildungschaos.
Um diese nicht länger tragbaren Probleme und Missstände zu benennen, zu beleuchten und in ein öffentliches Licht zu stellen, haben wir die Alte Mensa besetzt. Als Teil der internationalen Bildungsproteste und in Solidarität mit Hochschulen, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen Deutschlands, Europas und weltweit wollten wir unseren Forderungen an die Regierungen des Bundes, der Länder und auch der Leitung unserer eigenen Hochschule, der Christian-Albrechts-Universität Stimme verleihen und in basisdemokratisch gestalteter Diskussion unseren Unmut und unsere Verbesserungsvorschläge als Forderungen formulieren.
Erstes Ergebnis unserer Arbeit ist folgender Forderungskatalog, der zwar in seinen einzelnen Forderungen an die in unseren Augen zuständigen Institutionen gerichtet ist, aber auch in seiner Gesamtheit als Forderung nach einer freieren und gerechteren Bildungslandschaft im Allgemeinen verstanden werden soll.
Forderungen an die Leitung der
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Zugang zum Master
Wir fordern, dass mit Aufnahme des Bachelorstudiums auch der Zugang zu einem entsprechenden Masterstudium garantiert wird. Für diesen Masterzugang ist ausschließlich die Absolvierung des Bachelor Bedingung.
Liberalisierung der Prüfungsordnung
Wir fordern von allen Instituten der Christian-Albrechts-Universität, hinsichtlich von Studienplänen, Studienorganisation und Prüfungsordnung mehr studentische Mitsprache zuzulassen.
Zudem fordern wir eine Liberalisierung der Prüfungsmodule und zwar in dem Maße, dass innerhalb der Prüfungsmodule mehr individuelle Wahlmöglichkeiten bestehen. Ein Prüfungsmodul soll also genügend individuelle Wahlmöglichkeiten enthalten. Dies impliziert, dass ein Prüfungsmodul weniger Pflicht- und mehr Wahlpflichtkurse beinhaltet. Somit können individuelle Interessen und Neigungen besser berücksichtigt werden.
Es versteht sich von selbst, dass mit einem Mehr an Wahlpflichtkursen auch ein Mehr an Lehrpersonal zur Verfügung muss.
Abbau von Prüfungsdruck
Wir fordern, dass Anwesenheitslisten nicht weiter von Relevanz für Klausur-/Prüfungszulassungen sind. Dies impliziert eine Ausweitung des aktuellen Senatsbeschlusses an der Christian-Albrechts-Universität, der dies bislang lediglich für Vorlesungen vorsieht.
Das Nicht-bestehen einer Klausur oder Prüfung darf nicht zum Studienabbruch führen. Nicht bestandene Klausuren müssen beliebig oft wiederholt werden können. Auch bestandene Klausuren/Prüfungen müssen aufgrund ihrer Relevanz für die Abschlussnote (im Bachelor/Mastersystem) wiederholt werden dürfen.
Wir fordern die Abschaffung des derzeitigen Klausuranmeldeverfahrens. Stattdessen findet die Anmeldung mit Erscheinen zu der jeweiligen Klausur/Prüfung statt. Das Nichterscheinen zu Klausuren soll dementsprechend folgenlos bleiben, unabhängig davon, den wievielten Versuch es betrifft.
Studentisch verwalteter Raum
Wir fordern vom Präsidium der Christian-Albrechts-Universität, der Studierendenschaft einen ausreichend großen Raum auf dem Universitätsgelände zur Verfügung zu stellen. Dieser sollte der gesamten Studierendenschaft zur Verfügung stehen und unter basisdemokratische studentische Selbstverwaltung gestellt werden. Der Raum soll frei von kommerziellen Interessen bestehen und der Studierendenschaft immer zugänglich sein.
Studentische Mitbestimmung
Neben den oben genannten konkreten Forderungen sprechen wir uns generell für eine verstärkte Mitwirkung aller Studierender in allen Entscheidungen der Hochschulleitung auch neben den gewählten Gremien wie AStA und Studierendenparlament aus. Dies erfordert eine stark erhöhte Transparenz von Seiten aller mitbestimmenden Gremien und bessere Rücksprache mit der gesamten Studierendenschaft.
Forderungen an die Landesregierung Schleswig-Holstein und die Bundesregierung
Masterzulassung
Jede Hochschule soll ihren Bachelorstudierenden gleich bei deren Studienbeginn einen Masterstudienplatz garantieren.
Studentische Mobilität
Wir fordern die Universitäten der Bundesrepublik Deutschland dazu auf, die Zugangsmöglichkeiten zu den von ihnen angebotenen Masterstudiengängen so zu gestalten, dass jeder Studierende frei darüber entscheiden kann, an welcher Universität er oder sie sein Masterstudium absolvieren möchte.
Ferner fordern wir eine nationale und internationale Angleichung der Wertigkeit der ECTS-Punkte, um größtmögliche Mobilität für Studierende zu schaffen. Dazu muss die Möglichkeit geschaffen werden, dass Studierende innerhalb ihres Studiums die Universität wechseln können. Das Studium darf sich nicht aufgrund von nicht abgestimmten Studienordnungen zwangsweise verlängern.
Auslandssemester und an anderen Universitäten besuchte Veranstaltungen müssen auf das eigene Studium angerechnet werden können.
Weiterhin fordern wir die Möglichkeit für 2-Fach-Bachelor-Absolventen_innen, ein Masterstudium in einem dieser Fächer als 1-Fach-Master zu absolvieren.
Studienzeit
Wir fordern die Möglichkeit für alle Studierenden, durch die Abschaffung der Regelstudienzeit die Dauer ihres Studiums selbst festzulegen.
Wir fordern auch, dass Student_innen der alten Studiengänge (Magister, Diplom, Staatsexamen etc.) ihr Studium ohne Frist beenden können.
Finanzierung der Universitäten
Wir fordern eine umfassende Ausfinanzierung der Hochschulen mit all ihren Einrichtungen, Institutionen und Angestellten ausschließlich mit öffentlichen Mitteln, die gewährleistet, dass die Nachfrage an Bildung komplett gedeckt wird. Dazu sollen weder Unternehmen noch die Studierenden selbst herangezogen werden, um die Freiheit der Bildung nicht durch einseitige, wirtschaftlich geprägte Interessen einzuschränken.
Insbesondere müssen räumliche und personelle Kapazitäten geschaffen werden, die der stetig steigenden Anzahl der Studierenden und Studienbewerber_innen gerecht werden. Umgehung der Forderung nach ausreichenden öffentlichen Mitteln durch Outsourcing von Universitären Bereichen wird ausdrücklich abgelehnt.
Schlusswort und Appell
Dies sind unsere Forderungen an unsere Hochschulleitung und unsere Regierungen. Sie sind als Aufforderung zur Handlung zu verstehen und sprechen für eine breite Masse an Studierenden, Schüler_innen, Auszubildenden und anderen Menschen, die unter der momentanen Bildungssituation leidet. Die Forderungen beanspruchen keine Vollständigkeit, sondern bedürfen vielmehr weiterer inhaltlicher Arbeit, da viele Dinge, wie beispielsweise Finanzierung der Lernenden, Kommerzialisierung der Hochschullandschaft und auch weitere Unzulänglichkeiten des Bologna-Prozesses dringend thematisiert und bearbeitet werden müssen.
Es muss berücksichtigt werden, dass dieser Forderungskatalog direkt die Stimmung widerspiegelt, die in der Basis der Lernenden herrscht. Eine Stimmung, die auch von vielen Menschen getragen wird, die beispielsweise unter Zeitdruck durch zu enge Studienpläne, Prüfungsdruck oder erschwerten Situationen wie das Studieren mit Kind oder das Studium als ausländische_r Student_in in Deutschland leiden und sich aus diesen Gründen nicht an der langwierigen, kräftezehrenden Hochschulpolitik innerhalb der universitären Gremien beteiligen können oder wollen. Menschen, die aber jetzt angesichts der miserablen Situation, ihren Forderungen Luft machen müssen, um nicht endgültig unterzugehen in unserer Ellenbogengesellschaft, die jetzt schlussendlich auch die angeblich freie Bildungswelt erreicht.
Für freie, soziale und gerechte Bildung.
Jetzt.
Weltweit.
Für alle.
Das Plenum der besetzten Alten Mensa
Kiel, den 30.11.2009"
KN berichten: Protest geht weiter
Auf KN-online ist ein neuer Artikel zur Besetzung der Alten Mensa und der Situation nach dem vom Präsidium ausgesprochenen Hausverbot erschienen. Zum Lesen auf KN-online hier klicken!
Indymedia-Artikel zu Audimax-Aktion
Auf Indymedia ist ein Artikel erschienen der über eine Aktion am Samstag (28.11.2009) berichtet, die gegen das Wirtschaftstreffen im Audimax durchgeführt wurde. Interessant!
Checkt folgenden link:
http://de.indymedia.org/2009/11/267482.shtml
Checkt folgenden link:
http://de.indymedia.org/2009/11/267482.shtml
Sonntag, 29. November 2009
Kopie von unsereunis.de/Kiel
Aktueller Stand der Dinge ist, dass wir seit Samstag nicht mehr geduldet sind, nachdem wir uns zunächst gegen einen Vorschlag des Präsidiums am Freitag ausgesprochen haben. Am Montag Vormittag folgt ein weiteres Gespräch mit dem Präsidenten.
http://img4.imageshack.us/img4/3797/verfgung20091127.jpg
Der Vorschlag (http://www.uni-kiel.de/aktuell/offener-brief.pdf) beinhaltet die Nutzung einer Ladenfläche bis zum 23.12. und die weitere Nutzung eines Hörsaals für Abendplena (18:00 – 24:00). Folglich ein zeitlich begrenztes Angebot, mit dem wir zwar inhaltlich weiterarbeiten können, allerdings werden wir damit auch unsere Symbolwirkung und vor allem auch jegliches Druckmittel verlieren unsere Forderung auch durchzusetzen.
Das Erhalten eines Raumes für drei Wochen ist keine Lösung für die Bildungsmisere und die katastrophalen Zustände an Deutschen Universitäten und damit werden keine dringend notwendige Freiheiten und Mitbestimmungen im Bildungswesen erreicht.
Nach der Androhung der Exmatrikulation und Strafanzeige gegen die BesetzerInnen, rufen wir am Montag um 12:00 zur Bekundung der Solidarität auf, da auch wir mit der Räumung innerhalb der nächsten Woche rechnen müssen (www.kielbrennt.blogspot.com).
Zudem möchten wir uns an dieser Stelle solidarisch mit den BesetzerInnen der Uni Bonn erklären sowie mit den BesetzerInnen, die im Laufe der nächsten Woche aus ihren besetzen Gebäuden getrieben werden.
Das Plenum
http://img4.imageshack.us/img4/3797/verfgung20091127.jpg
Der Vorschlag (http://www.uni-kiel.de/aktuell/offener-brief.pdf) beinhaltet die Nutzung einer Ladenfläche bis zum 23.12. und die weitere Nutzung eines Hörsaals für Abendplena (18:00 – 24:00). Folglich ein zeitlich begrenztes Angebot, mit dem wir zwar inhaltlich weiterarbeiten können, allerdings werden wir damit auch unsere Symbolwirkung und vor allem auch jegliches Druckmittel verlieren unsere Forderung auch durchzusetzen.
Das Erhalten eines Raumes für drei Wochen ist keine Lösung für die Bildungsmisere und die katastrophalen Zustände an Deutschen Universitäten und damit werden keine dringend notwendige Freiheiten und Mitbestimmungen im Bildungswesen erreicht.
Nach der Androhung der Exmatrikulation und Strafanzeige gegen die BesetzerInnen, rufen wir am Montag um 12:00 zur Bekundung der Solidarität auf, da auch wir mit der Räumung innerhalb der nächsten Woche rechnen müssen (www.kielbrennt.blogspot.com).
Zudem möchten wir uns an dieser Stelle solidarisch mit den BesetzerInnen der Uni Bonn erklären sowie mit den BesetzerInnen, die im Laufe der nächsten Woche aus ihren besetzen Gebäuden getrieben werden.
Das Plenum
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